Claude Code installieren und einrichten: Mein Setup für die App-Entwicklung

Claude Code ist für mich die zentrale Schnittstelle zwischen KI und meinem eigentlichen Entwicklungsprojekt.

Anders als bei einem klassischen KI-Chat kopiere ich nicht ständig Code zwischen Browser und IDE hin und her. Claude Code arbeitet direkt auf meinem lokalen Repository und kann dadurch den vorhandenen Code analysieren, Dateien verändern, Builds starten oder Git-Diffs untersuchen.

Für Android- und iOS-Projekte ist das besonders interessant:

Android Studio und Xcode bleiben meine Entwicklungsumgebungen – Claude Code kommt als zusätzlicher Entwicklungsagent hinzu.

In diesem Beitrag zeige ich, wie ich Claude Code auf dem Mac eingerichtet habe und welche Einstellungen sich für meinen Workflow bewährt haben.


Das Grundprinzip
Claude Code ersetzt Android Studio und Xcode nicht. Der Agent arbeitet direkt auf demselben Projekt wie ich.

Was ist Claude Code?

Claude Code ist ein Coding-Agent von Anthropic, der lokal über das Terminal verwendet werden kann.

Statt lediglich einzelne Fragen zu beantworten, erhält Claude Zugriff auf das Projekt und kann Zusammenhänge über mehrere Dateien hinweg verstehen.

Typische Aufgaben sind beispielsweise:

  • bestehende Implementierungen analysieren
  • neue Features umsetzen
  • Refactorings durchführen
  • Tests schreiben
  • Builds ausführen
  • Git-Diffs untersuchen
  • Code Reviews durchführen
  • Projektregeln berücksichtigen

Dadurch verändert sich die Zusammenarbeit mit der KI deutlich.

Ich frage nicht mehr:

„Wie könnte eine Repository-Klasse für diese API aussehen?“

sondern beispielsweise:

„Binde diese API nach unserer bestehenden Architektur ein und zeige das Ergebnis auf dem Check-in-Screen an.“

Claude kann sich dafür selbst ansehen, wie das Projekt aufgebaut ist.

Claude Code auf macOS installieren

Die Installation ist unkompliziert.

Im Terminal:

curl -fsSL https://claude.ai/install.sh | bash

Anschließend lässt sich überprüfen, ob Claude Code verfügbar ist:

claude --version

Bei mir lag die Installation anschließend unter:

~/.local/bin/claude

Falls der Befehl claude danach noch nicht gefunden wird, kann es notwendig sein, das Verzeichnis dem PATH hinzuzufügen:

echo 'export PATH="$HOME/.local/bin:$PATH"' >> ~/.zshrc && source ~/.zshrc

Danach erneut:

claude --version

Wenn eine Versionsnummer erscheint, ist Claude Code einsatzbereit.


Installation
Sobald claude –version funktioniert, kann Claude Code direkt aus dem Verzeichnis eines bestehenden Projekts gestartet werden.

Claude Code im Projekt starten

Das ist ein wichtiges Detail.

Ich starte Claude nicht einfach irgendwo im Terminal, sondern wechsle zunächst in das Repository:

cd /pfad/zu/meinem/projekt
claude

Damit arbeitet Claude im Kontext dieses Projekts.

Bei meinem Beispiel handelt es sich um ein Kotlin-Multiplatform-Projekt mit Android- und iOS-Anwendung.

Claude kann dadurch beide Seiten des Projekts analysieren.

Muss ich jetzt im Terminal programmieren?

Das war eine meiner ersten Fragen.

Die Antwort ist: Nein.

Claude Code selbst läuft zwar im Terminal, aber meine normale Entwicklungsarbeit findet weiterhin dort statt, wo sie hingehört.

Für Android:

Android Studio

Für iOS:

Xcode

Ich kann Claude beispielsweise ein Feature implementieren lassen, die Änderungen anschließend in Android Studio prüfen und dort selbst Code verändern.

Claude sieht diese Änderungen beim nächsten Auftrag automatisch, weil wir auf denselben Dateien arbeiten.


🤖
Claude Code

Analysiert, implementiert, testet und reviewt.

📱
Android Studio

Entwicklung, Debugging, Compose Preview und eigene Änderungen.

🍎
Xcode

SwiftUI, Simulator, Debugging und native iOS-Entwicklung.

Die Sache mit den Berechtigungen

Beim ersten Arbeiten mit Claude Code fällt relativ schnell etwas auf:

Der Agent fragt häufig nach einer Bestätigung.

Das ist zunächst sinnvoll. Claude kann schließlich Shell-Befehle ausführen und Dateien verändern.

Bei einem isolierten Entwicklungsprojekt kann die permanente Bestätigung allerdings den eigentlichen Agenten-Workflow deutlich ausbremsen.

Claude Code bietet deshalb unterschiedliche Permission-Modi.

Für ein bewusst isoliertes POC oder Testprojekt kann Claude beispielsweise mit weitreichenden Berechtigungen gestartet werden:

claude --permission-mode bypassPermissions

Alternativ existiert auch:

claude --dangerously-skip-permissions

Der Name ist dabei durchaus ernst zu nehmen.

Claude darf in diesem Modus Aktionen durchführen, ohne vorher jedes Mal nachzufragen.

Für Kundenprojekte, sensible Daten oder ein nicht isoliertes System würde ich diese Einstellung nicht einfach pauschal verwenden.


Permissions bewusst wählen

Ein Coding-Agent mit vollständigen Berechtigungen kann Dateien verändern und Shell-Befehle ausführen. Für isolierte POCs ist das komfortabel – bei produktiven oder sensiblen Projekten sollte der Zugriff deutlich bewusster konfiguriert werden.

Projektregeln mit CLAUDE.md

Die Installation allein macht aus Claude natürlich noch keinen Entwickler, der meinen Coding Style kennt.

Dafür nutze ich eine CLAUDE.md direkt im Repository.

Sie bildet den Einstiegspunkt für meine Projektregeln.

Zum Beispiel:

CLAUDE.md

docs/
├── philosophy.md
├── architecture.md
├── android-style.md
├── ios-style.md
└── review-guidelines.md

Claude Code berücksichtigt die CLAUDE.md beim Arbeiten im Projekt.

Dadurch muss ich bei einer neuen Session nicht jedes Mal von vorne erklären:

  • welche Architektur ich bevorzuge
  • wie Android aufgebaut sein soll
  • wie iOS aufgebaut sein soll
  • welche Libraries verwendet werden
  • welche Patterns ich vermeiden möchte

Das ist für mich einer der entscheidenden Schritte vom einfachen Coding-Chat zum dauerhaft nutzbaren Entwicklungsagenten.

Wie ich dieses Engineering Handbook aufgebaut habe, beschreibe ich ausführlich in einem eigenen Beitrag.

Vertiefung
Claude Code anlernen: So bringe ich der KI meinen Coding Style bei
CLAUDE.md, Architekturregeln und ein versioniertes Engineering Handbook: So lernt der Coding-Agent, wie ein Projekt entwickelt werden soll.
Zum ausführlichen Artikel →

Externe Werkzeuge über MCP anbinden

Ein weiterer wichtiger Bestandteil von Claude Code ist das Model Context Protocol – MCP.

Darüber kann der Agent zusätzliche Werkzeuge verwenden.

In meinem Workflow habe ich beispielsweise Design-Tools angebunden.

Dadurch kann aus:

„Erstelle einen neuen Screen für die Zeiterfassung.“

ein Workflow werden, bei dem Claude zunächst ein Design erzeugt, ich dieses visuell überprüfe und erst anschließend die Implementierung freigebe.

Das ist für mich wesentlich interessanter als ein Agent, der ausschließlich Code erzeugt.


MCP erweitert den Agenten
Repository + Entwicklungswerkzeuge + Design-Tools + Projektregeln machen aus einem Chatbot einen Agenten, der innerhalb eines echten Entwicklungsprozesses arbeiten kann.

Wie ich Figma und Penpot dafür eingesetzt habe, beschreibe ich im nächsten Deep-Dive.

→ KI-Design mit Claude Code: Figma, Penpot und MCP in der Praxis

HIER_LINK_ZUM_DESIGN_ARTIKEL

Was kostet Claude Code?

Claude Code kann je nach verwendeter Konfiguration über einen passenden Claude-Tarif genutzt werden.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einer Nutzung innerhalb eines Abos und einer API-basierten Abrechnung.

Bei einer API-Konfiguration können Kosten nutzungsabhängig nach Tokens entstehen.

Deshalb sollte man insbesondere prüfen, über welchen Account beziehungsweise welche Authentifizierung Claude Code tatsächlich läuft.

Auch bei einem Abo gibt es Nutzungslimits. Es handelt sich also nicht zwangsläufig um eine unbegrenzte Flatrate.

Für die normale Entwicklungsarbeit ist das vor allem eine Frage des verfügbaren Kontingents – nicht jeder einzelne Tool-Aufruf erzeugt automatisch eine separate Rechnung.

Mein Setup in Kurzform

Damit sieht mein grundlegendes Setup so aus:


Mein Setup
✓ Claude Code als Coding-Agent
✓ Git als gemeinsame Source of Truth
✓ Android Studio für Android
✓ Xcode für iOS
✓ CLAUDE.md + Engineering Handbook für Projektregeln
✓ MCP für zusätzliche Werkzeuge wie Design

Fazit

Claude Code ersetzt für mich weder Android Studio noch Xcode.

Und genau das ist auch gar nicht das Ziel.

Der interessante Teil ist, dass sich ein KI-Agent in einen bestehenden professionellen Entwicklungsworkflow integrieren lässt, statt einen komplett neuen Workflow um die KI herum aufzubauen.

Ich arbeite weiterhin mit:

Git, Kotlin, Compose, Swift, SwiftUI, Android Studio und Xcode.

Claude bekommt lediglich Zugriff auf denselben Projektkontext und übernimmt Aufgaben, bei denen die KI sinnvoll unterstützen kann.

Die Installation ist deshalb eigentlich der uninteressanteste Teil.

Spannend wird es danach:

Wie bekommt Claude meine Architektur und meinen Coding Style beigebracht? Wie kann ein Design-Tool angebunden werden? Und wie gut funktioniert Claude anschließend als Implementierer und Code Reviewer?

Genau diese Fragen bilden die nächsten Schritte meines KI-gestützten Entwicklungsworkflows.